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“Richtig” vegan?

Bild von Aline Ponce auf Pixabay
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"Wie vegan? So richtig? Oder nur wenns gerade passt..?"


Als Frank Ende letzten Jahres mit dem Vorschlag ankam, dass wir uns vegan ernähren sollten (Wie es dazu kam? Bei Interesse verfasse ich euch gern einen gesonderten Post über unsere Anfänge!) dachte ich dies wäre eine Phase. Eine kurze. Sowas wie eine Diät eben. Denn im Verzichten auf irgendwelche leckeren Dinge waren wir noch nie gut, egal wie oft wir es probiert haben.
Genau so schlecht bin ich im Ansehen von brutalen Dingen. Von gruseligen Dingen. Von unmenschlichen und Angst machenden Geschichten. Genau solche Geschichten wie sie Millionen Tiere tagtäglich durchleben müssen. Deswegen habe ich die Filme, die Frank mir empfohlen hat auch nur ausschnittsweise geschaut. Und schon beim Trailer von Dominion geweint (bitte unbedingt ansehen, falls noch nicht geschehen!).
Und doch will ich ganz ehrlich zu euch sein- auch uns kommen mal Dinge in den Magen, die nicht zu 100% pflanzlich sind. Weil wir etwas aufessen, was die Kinder begonnen haben zu essen und dann nicht zu Ende gegessen haben. Oder weil wir bei einer Familienfeier sind und kein Aufheben um uns machen wollen, gelten wir doch so schon als unnormal und mögen doch bitte "hoffentlich bald" aus diese Phase wieder erwachen. Manchmal vergessen wir vegane Snacks einzustecken. In der Regel kommt man schnell an Obst, Gemüse oder ein trockenes Brötchen ran. Aber nicht immer. Und manchmal erwische ich mich mit einer Kugel normalem Eis neben den Kindern. Frank ist da viel disziplinierter als ich. Dafür bewundere und liebe ich ihn gleich noch ein Stück mehr.

Aber soll ich euch was sagen? Wir bemühen uns. Wirklich. Wir kaufen nichts unveganes für zu Hause, kochen und backen nie unvegan. Wir versuchen zu sensibilisieren, ohne den Leuten massiv auf den Keks zu gehen. Probieren sie mit mehr oder weniger sanften Argumenten, unserem Essen und unserem Wohlbefinden zu überzeugen (auch wenn wir am liebsten brutale Bilder vor ihnen aufhängen würden).
Nein, wir leben nicht zu 100% vegan. Unsere Kinder leben außerhalb von zu Hause (beispielsweise im Kindergarten) nicht vegan (das wird auch nochmal ein extra Post!). Aber wir leben bewusst. Achtsam. Sensibel.
Auch vorher haben wir kaum Fleisch und Wurst gegessen und wenn nur Bio. Um Milch, Eier und Co haben wir uns allerdings nie wirklich Gedanken gemacht. Bei Instagram schrieb mir mal jemand "Kuhmilch ist für Kälbchen da!" und ich dachte nur "Was will die denn jetzt?!". Inzwischen habe ich diesen Satz selbst so oft in so kurzer Zeit gesagt...Dinge ändern sich. Menschen schauen vorzugsweise weg. Gehen den leichten Weg, reden sich Dinge schön. Lassen ihre psychischen Wunden behandeln und ignorieren, was sie anderen Lebewesen selbst durch ihre Lebensweise antun. Denn so sind wir erzogen. Die Gesellschaft verkauft uns all das als normal. Trichtert uns von klein auf ein wir bräuchten Milch und Butter, um groß und stark zu werden. Wir alle sind Gewohnheitstiere. Es bedarf 21 Tage Konsequenz, um ein neu begonnenes Verhalten zur Routine zu etablieren. Und auch nach den 21 Tagen läuft es nicht von allein. Aber es wird leichter. Und sobald du selbst spüren kannst, wie es dir besser geht, wie dein Körper mehr Energie besitzt und du dich wohler in deiner Haut fühlst wirst du merken, dass du all das nicht "nur" für die Tiere machst. Sondern auch für dich. Deine Umwelt. Deine Kinder.

Ich möchte meine Gedanken zu diesem Thema an dieser Stelle nicht ausufern lassen, denn es gibt noch so viel dazu zu sagen. Und noch viel mehr zu tun. Jeder Schritt hin zu einer bewussten Ernährung ist wertvoll. All die Empathie, die wir unseren Kindern mit auf den Weg geben möchten, sollten wir zunächst einmal versuchen in uns selbst zu finden. Und wie kannst du das, während du dein Haustier streichelst und andere, sogar intelligentere Tiere, töten lässt. "Weil man das eben so macht.." ?!

Also sei stolz auf dich, wenn du dich mit diesem Thema auseinandersetzt. Wenn du nicht den leichten, aber den einzig richtigen Weg wählst, um nachhaltig und achtsam zu leben. Egal ob du vegetarisch zu 50%, 70% oder 100% vegan lebst. Dein Beitrag ist wichtig. Jeder Euro der nicht in Tierquälerei und Ausbeutung fließt und jedes Tierleben zählt!


 

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